Acht große Herausforderungen für das Supply-Chain-Management

Für die Logistik und die globalen Lieferketten waren es schwierige Zeiten – die Pandemie hat Prozesse durcheinandergebracht und Schwachstellen offengelegt. Mathias Bosse ist Experte für Lieferketten und hat acht große Herausforderungen für das Supply-Chain-Management identifiziert.

Das Supply-Chain-Management (SCM) ist das Rückgrat der Weltwirtschaft. Als sich Covid-19 auf dem gesamten Globus ausbreitete, offenbarte die Pandemie viele Schwach- und Bruchstellen. Volkswirtschaften weltweit hatten mit existenziellen Problemen zu kämpfen, wobei leere Regale in den Supermärkten für die Endverbraucher am sichtbarsten waren.

Das Handbuch enthält 215 Startup-Profile aus 27 Ländern sowie Analysen und Beiträge von Branchenexperten.

Doch Covid-19 ist nicht das einzige Problem dieser Tage: Containerschiffe, die den Suezkanal blockieren, Containerknappheit, der Brexit, Handelskriege, Cyberangriffe – nur um einige Beispiele zu nennen. Klar ist, dass es heutzutage viele Herausforderungen für die Manager von Lieferketten gibt. Klar ist auch, dass die Probleme bleiben werden.

Einmal mehr werden wir daran erinnert, dass Lieferketten leicht unterbrochen werden können und dass Prozesse anfällig sind. Bei unseren Recherchen für „The Supply Chain Management Startups Handbook“ haben wir acht große Herausforderungen identifiziert, die es konkret zu bewältigen gilt:

 

1. Hebelwirkung in Lieferketten

Höhere Kosten, Auftragsstornierungen oder Zahlungsverzögerungen können wichtige Akteure leicht in die Insolvenz treiben und so die Lieferketten gefährden. Unternehmen müssen nicht nur ihre Zulieferer auf ein mögliches Insolvenzrisiko hin überwachen, sondern auch darauf vorbereitet sein, andere Zulieferer zu finden. Nur so stellen sie sicher, dass sie eine alternative Bezugsquelle für ihre Waren haben.

2. Arbeitsintensität in Lieferketten

Lieferketten brechen zusammen, wenn Arbeitnehmer nicht zur Arbeit gehen oder unter normalen Bedingungen arbeiten können. Trotz des allgemeinen Automatisierungstrends sind Produktion und das Supply-Chain-Management in erheblichem Maße auf menschliche Arbeitskräfte angewiesen. Wie die Pandemie gezeigt hat, ist die kühne Vision einer autonomen Lieferkette noch weit entfernt.

3. Länge und Inflexibilität der Lieferketten

Sehr langsame Reaktionszeiten auf plötzliche Nachfrageänderungen aufgrund langer Vorlaufzeiten führen zu Unterbrechungen der Lieferketten und zu Lagerausfällen. Zu viele Unternehmen sind noch immer auf einen sehr traditionellen Ansatz ausgerichtet, der starr ist und keine schnellen Änderungen zulässt. Zwar haben viele Unternehmen darauf mit der Einführung von Six Sigma, Lean Manufacturing, Kanban oder anderen Ansätzen reagiert. Doch sie haben nicht die Flexibilität erreicht, die erforderlich ist, um sich schnell an ein verändertes Marktumfeld anzupassen.

4. Zu „schlanke“ Lieferketten

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Industrie zu schlankeren Lieferketten hinbewegt (Lean SCM), die hauptsächlich mit der Minimierung der Lagerbestände und anderen Kostensenkungen verbunden sind. Dadurch sind Lieferketten von einer nahezu perfekten Prognose auf den künftigen Bedarf abhängig. Wie die Pandemie gezeigt hat, führt dies bei plötzlichen Nachfrageschwankungen zu Produktknappheit. Der Betrieb im Just-in-Time-Modus mit knapp ausreichenden Vorräten für ein „Best-Case-Szenario“ erwies sich als eine der Hauptursachen für eine angeschlagene Wirtschaft, die erheblichen Nachfrageschwankungen ausgesetzt ist.

5. Anfälligkeit für staatliche Maßnahmen

Lieferketten brechen zusammen oder werden ineffizient, wenn sich Vorschriften plötzlich ändern. Handelsschocks, die durch einseitige Zölle zwischen den USA und China ausgelöst wurden, haben das Wachstum globaler Wertschöpfungsketten in den betroffenen Ländern für drei bis fünf Jahre zunichte gemacht, berichtet ein UN Policy Brief. Gesetze zur Vermeidung von Umweltschäden oder Zwangsarbeit zwingen die Industrie dazu, ihre Prozesse anzupassen oder sogar die Lieferanten zu wechseln, um die Vorschriften einzuhalten. 

6. Mangelnde Transparenz

Der Mangel an Transparenz verschleiert wesentliche Risiken in der Kette und verringert die Fähigkeit, auf sichtbare Störungen zu reagieren. Leider wurden Lieferketten nicht mit Blick auf Transparenz konzipiert: Viele Unternehmen und Lieferanten zögern, allzu umfangreich Informationen auszutauschen, weil sie ihren Wettbewerbsvorteil gefährdet sehen oder negative Resonanz befürchten. Darüber hinaus werden relevante Informationen möglicherweise gar nicht erfasst oder sind, falls sie doch vorhanden sind, möglicherweise fehlerhaft. Schließlich entspricht der Return on Invest (ROI) in die Transparenz nicht immer den kurzfristigen Anforderungen. Kommende Gesetze und die Nachfrage der Verbraucher werden dies aber ändern. Transparenz wird zu einem Unterscheidungsmerkmal, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen.

7. Konzentrationsrisiken 

Die gesamte Lieferkette kann unterbrochen werden, wenn ein wichtiger Akteur seine Lieferungen verzögert oder sogar komplett ausfällt. Das Konzentrationsrisiko wird dann signifikant, wenn Unternehmen 10 Prozent oder mehr ihrer Einnahmen oder Materialien von einem einzigen Lieferanten beziehen, oder von zu vielen Kunden oder Lieferanten in derselben Region abhängig sind. Oft fördern Skaleneffekt (Economies of scale) oder die besonderen Fähigkeiten eines bestimmten Lieferanten die Konzentration.

8. Nachhaltige Zukunft

Mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen ist das Lieferkettenmanagement einer der Schlüsselbereiche im Kampf gegen den Klimawandel. Die Emissionen der Lieferketten sind im Durchschnitt 5,5-Mal so hoch wie die direkten Emissionen eines Unternehmens. Die meisten Einkäufer geben an, dass sie aktiv mit ihren Lieferanten zusammenarbeiten, um auf erneuerbare Energien umzusteigen. Doch nur 4 Prozent der Lieferanten hatten 2019 ein Ziel für erneuerbare Energien festgelegt.

Technologie und Innovationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung dieser Probleme und der Umwandlung der Lieferketten der Zukunft in vernetzte, transparente, widerstandsfähige und nachhaltige Ketten. SYNAOS will dabei einen wichtigen Beitrag leisten und bietet mit seinem Operating System SYNA.OS LOGISTICS eine spannende Lösung an, die Transportprozesse effizient und vor allem ganzheitlich optimiert. Der Fokus liegt zunächst auf der Intralogistik, also auf innerbetriebliche Waren- und Materialflüsse. Sie sind ein entscheidender Faktor in der Lieferkette, denn die Intralogistik bietet ein sehr hohes Optimierungspotenzial.

Weniger Hardware – weniger Emissionen

Konkret hilft SYNAOS dabei, Aufträge sinnvoller an AGVs und andere Transportfahrzeuge zu verteilen. Leistungsfähige Algorithmen reagieren sofort auf Störungen, Stornierungen und andere akute Änderungen, was teure Verzögerungen im Ablauf verhindert (siehe Punkt 1). Dabei schaut die Software sogar in die Zukunft und antizipiert beispielsweise Verspätungen, die erst noch passieren werden. So kann SYNA.OS LOGISTICS rechtzeitig neue Lösungen suchen und Transportaufträge sofort umsortieren – und das immer wieder. Der Workload lässt sich dadurch sehr flexibel verteilen. Plötzliche Ausfälle bei Arbeitern sowie ein genereller Mangel an Arbeitskräften (siehe Punkt 2) können besser und schneller ausgeglichen werden. SYNA.OS LOGISTICS spart zudem bis zu 30 Prozent an Transportfahrzeugen ein, was den Energieaufwand senkt und damit CO2-Ausstöße verringern kann (siehe Punkt 8). Die Lösung von SYNAOS ist ein praktisches Beispiel dafür, dass eine (Software-)Innovation viele positive Auswirkungen auf die Intralogistik und damit auch auf die Lieferkette haben kann.

Als Risikokapitalgeber, der sich auf B2B-Unternehmen konzentriert, ist dies ein Bereich, in dem man sich engagieren sollte. Deshalb haben wir beschlossen, uns auf Innovationen im Bereich der Supply-Chain-Technologie zu konzentrieren.


 

Als Risikokapitalgeber und Angel Investor ist unser Gastautor Mathias Bosse ein Experte für Lieferketten. Er ist auch der Herausgeber von “The Supply Chain Management Startups Handbook 2021”, das jetzt unter scm-startups.com erhältlich ist.

Das Handbuch bietet eine Analyse der Supply-Chain-Startups in Europa und stellt 215 Unternehmen aus 27 Ländern vor. Führende Branchenexperten haben ebenfalls ihren Beitrag geleistet: Lennart Bochmann, CPO von SYNAOS, hat das Kapitel über die optimale Steuerung von FTS und den Industriestandard VDA 5050 verfasst.

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